Auf Wachstumskurs - Interview mit Geschäftsführer Dr. Mark Dominik Hoppe

20. August 2019

Das Jahr 2018 stand für die Wohnbaugruppe Augsburg im Zeichen des Wachstums: Nicht nur der Wohnungsbestand und das Team der Wohnbaugruppe haben sich vergrößert, auch neue Kooperationen mit städtischen Partnern sind entstanden. Im Interview spricht Geschäftsführer Dr. Mark Dominik Hoppe über die Meilensteine 2018 sowie aktuelle und künftige Herausforderungen.

Was waren besondere Meilensteine im Jahr 2018 – für Sie persönlich und für das Unternehmen?

Ein Highlight war für mich auf jeden Fall, dass wir in der „Offinger Straße“ unsere 10.000te Wohnung an ihre neuen Mieter übergeben konnten. Und das in einer Wohnanlage mit einer ansprechenden Architektur und Qualität. Ganz in der Nähe dazu entsteht unser aktuell größtes Neubauprojekt „Reesepark I“ mit 141 geförderten Wohnungen. Im Rahmen dieser Baumaßnahme schließen wir zudem die Nahversorgungslücke im Viertel, indem wir einen Supermarkt sowie ein Café und einen Drogeriemarkt errichten. Für das Projekt konnten wir im April 2018 den Städtebaulichen Vertrag unterzeichnen und ein knappes Jahr später den Spatenstich mit Bayerns Bauminister Dr. Hans Reichhart feiern.

Ein Unternehmensschwerpunkt ist der Bau neuer Wohnungen. Mit welchen Herausforderungen muss die Wohnbaugruppe hier umgehen?

Die geförderten Wohnungen, die wir bauen, haben den selben Qualitätsstandard wie Eigentumswohnungen freier Bauträger und bewegen sich mindestens auf demselben Kostenniveau. Zudem bauen wir 100 Prozent unserer Wohnungen barrierefrei. Daher erschweren auch uns die überproportional gestiegenen Baukosten die Umsetzung unseres Auftrags. Ohne ausreichende Mittel für den geförderten Wohnungsbau und die anhaltende Niedrigzinsphase wäre die Finanzierbarkeit von Neubaumaßnahmen kaum gewährleistet. Glücklicherweise hat sich das staatliche Förderszenario inzwischen positiv verfestigt.

Auch verfügbare Grundstücke sind momentan rar. Wie sieht diesbezüglich die Situation bei der Wohnbaugruppe aus?

Für die Projekte, die wir in den nächsten Jahren vorhaben, stehen uns ausreichend Grundstücke zur Verfügung. Mittelfristig können wir mit einer Fläche von rund 89.000 m² im Bereich Haunstetten Südwest, die wir von der Stadt erworben haben, planen und hier wohl mindestens 600 Wohneinheiten errichten.

Welche Rolle spielt bei all den Aufgaben ein schlagkräftiges Team?

Ganz klar: Eine ganz entscheidende – ohne ein kompetentes Team geht es nicht. Wir haben 2018 wieder 20 Kolleginnen und Kollegen dazugewinnen können. Dieser „Wachstumskurs“ ist notwendig, denn nur so können wir unsere zunehmenden Aufgaben – sei es beim Neubau und der Verwaltung der errichteten Wohnungen oder bei den anstehenden Schulsanierungen – bewältigen und gleichzeitig unsere Tätigkeit als Dienstleister verbessern.

Was macht die Wohnbaugruppe Augsburg attraktiv für Arbeitnehmer?

An erster Stelle haben wir einen sicheren und zukunftsfähigen Arbeitsplatz zu bieten. Als wohnungspolitisches Instrument der Stadt steht unser sozialer Auftrag im Vordergrund, ein Aspekt, der heute vielen Arbeitnehmern wichtig ist. Die Wohnbaugruppe kümmert sich seit über 90 Jahren um bezahlbaren Wohnraum in Augsburg. 2018 lag unsere durchschnittliche Miete, betrachtet über den Gesamtbestand, bei 5,73 €/m². Damit bedienen wir als einer von ganz Wenigen ein elementares Bedürfnis unserer Gesellschaft. Und: Unsere Tätigkeit ist nach außen hin sichtbar. Egal, ob wir Wohnungen errichten, in denen viele Augsburger ein Zuhause finden, oder ob wir Schulen für Augsburgs Kinder modernisieren – die Wohnbau-gruppe prägt das Stadtbild maßgeblich mit. Darauf sind wir stolz!

Dies tut die Wohnbaugruppe stets auch in Zusammenarbeit mit anderen städtischen Partnern. Welche Kooperationen kamen 2018 hinzu?

Zum einen haben wir zusammen mit dem Landschaftspflegeverband eine 1.500 m² große Blühwiese angelegt, um einen Beitrag für den Schutz unserer Insekten- und Pflanzenwelt zu leisten. Des Weiteren hat uns die Stadtsparkasse Augsburg die Verwaltung eines Teils ihrer Liegenschaften – knapp 300 Wohn- und Gewerbeeinheiten – anvertraut. Mit den Stadtwerken Augsburg haben wir außerdem ein innovatives Energieversorgungs-Projekt umgesetzt: Im Zuge der Modernisierung unserer Wohnanlage „Marconistraße“ wurde in das Gebäude eine Power-to-Gas-Anlage eingebaut. Damit wird überschüssiger, regenerativ erzeugter Strom in synthetisches Erdgas umgewandelt, vor Ort gespeichert und dort auch wieder verbraucht. Für unsere Mieter heißt das: klimafreundlich mit Strom und Wärme versorgt werden und dabei sparen. Mithilfe dieser Partnerschaften tauschen wir städtischen Schwesternunternehmen nicht nur Wissen und Erfahrung aus, sondern können gemeinsam etwas bewegen für unsere Stadt.

Wie ist Ihr Ausblick auf die kommenden Jahre?

Die künftigen Herausforderungen sind schwerpunktmäßig auch diejenigen der letzten Jahre. Nachdem wir unsere Neubauabteilung vor rund fünf Jahren erst einmal neu aufbauen mussten, haben wir inzwischen in diesem Bereich deutlich an Effizienz gewonnen. Somit können wir unseren städtischen Auftrag, 100 Wohnungen jährlich zu bauen oder zu erwerben, zum Ende des Jahres 2021 deutlich überkompensieren. Bei der Wohnbaugruppe Augsburg | Entwickeln stehen Highlights wie die Sanierung des Olympiaparks am Eiskanal an. Diese Maßnahme führen wir als Projektbetreuer für das Sport- und Ordnungsreferat aus, damit Augsburg dann 2022 für die Kanuslalom-Weltmeisterschaft bestens gerüstet ist.